Samstag, 3. Februar 2018

das bleibt hier

man hat nichts zu tun, wenn man die ganze zeit nur damit beschäftigt ist, zu sterben. es gibt nichts zu planen, wenn der körper nicht älter werden soll als 12. und dann 14. und dann 16. alles darüber? utopische vorstellung, so was darf nicht einmal gedacht werden.
wofür sollte man zur schule gehen, hausaufgaben machen, arbeiten schreiben. wenn das leben beendet werden wird, sobald wie möglich. wofür sollte man sich mit freunden treffen, generell irgendwelche sozialen kompetenzen erlernen, zukunftspläne schmieden. wozu soll ich all die dinge tun, die andere menschen machen, wenn sie 15 sind. ich hungere mich besser durch klassenfahrten als jeder andere und das ist mir wichtiger als jedem anderen. stolz darüber wie die ärztin von organschädigungen redet. mehr wert hineingelegt in jeden zu tiefen schnitt als jemals in irgendeine auszeichnung. denn das alles ist sinnlos. das ganze verdammte leben ist einfach nur sinnlos, wenn jeder tag sich darum dreht, am nächsten nicht mehr aufzuwachen. dann brauche ich nicht wissen, wie beziehungen funktionieren, ich kann mich durch die welt vögeln! morgen bin ich bereits tot. wozu soll ich für klausuren lernen? morgen bin ich bereits tot. was geht mich das an? morgen bin ich bereits tot.
meine lieblingsflucht.
ich wurde 12 jahre alt. ich wurde 14. und 16. 17. 18?
es war komisch, als der körper das erste mal weiterlebte. obwohl er es nicht tun sollte. weil jetzt alles ins leere lief. nichts ging mehr weiter. nichts konnte mehr weitergehen. jeder tag war der letzte tag. ich hatte es aufgegeben, meinen frieden in diesem leben zu finden. wege zu verschwinden wurden seitdem etliche gefunden. ich habe nicht nur versucht zu sterben. ich bin gestorben. damals, mit zwölf. nicht das erste mal.
ich war überfordert von dem leben, weil es nicht meins war. ich hatte gar keins. ich war dem tod immer mehr zugewandt als dem leben. bekanntes gebiet. ich wollte fliehen, ich wollte immer nur wegrennen, seit ich das erste mal geatmet habe. ich trennte alles, was sich trennen ließ. ich trennte die seele vom körper. ich riss mich auseinander, ich riss meine gefühle und erinnerungen auseinander, ich fragmentierte mich.
mehr unbewusst als bewusst. 
grundlos, dachte ich oft, und schämte mich für meine selbstzerstörung genauso sehr wie ich sie liebte.
aber eine flucht: ist niemals grundlos.

Freitag, 19. Januar 2018

hi(gh)

ich glaube, dass ich wieder mehr auf meinem öffentlichen blog schreiben möchte. falls das überhaupt wer lesen wird, kommentiert oder schreibt mir mal!