Dienstag, 20. Dezember 2016

denn ich bin ein abgrund (tw)

und dann weinend zusammenbrechen. keinen schritt weiter. keinen schritt weiter nach unten. das halte ich nicht aus. ich versuche, zur schule zu gehen, aber ende auf der beheizten bank in der eingangshalle und bewege mich die nächste halbe stunde keinen zentimeter.
dieser körper. ist so unmenschlich schwer. dass ich ihn nicht mehr aufrichten will.
und ich bin so müde. einfach nur so müde.
ich nehme den nächsten bus zurück nach hause, die kälte frisst sich in die knochen, ich zittere wie verrückt und bin unsicher, ob diese beine mich nur noch einen meter weit tragen. sie tun es.
zuhause falle ich ins bett, schlafe fast vier stunden und wache davon auf, dass ich kreislaufprobleme bekomme. interessant.
ich halte mich an meinen essplan und esse alles und noch mehr. bis mir schlecht ist. und ich akut suizidal bin. weil ich vergessen habe außerhalb der anorexie weiterzuleben. weil ich vergessen habe, dass es anderen lebenssinn gibt, als zahlen auf waagen und sich immer mehr verlieren. (und behaupten, noch irgendwo die kontrolle zu haben, irgendwo.)
der hunger überdeckt alles. aber dann bin ich einmal satt und mir ist unglaublich schlecht und ich merke plötzlich, wie traurig ich bin. how deeply deeply sad. ich würde gerne zur therapeutin und sie zumüllen mit meinen gedanken, aber ich wüsste nicht einmal, was ich sagen soll.
ich glaube, die anorexie hat mein gehirn aufgefressen, weil irgendwie ergibt alles keinen sinn mehr und ich kann mich nicht konzentrieren und denken generell nicht.
ich überlege oft, die therapie abzubrechen, weil es mir angst macht. alles macht mir angst. aber diese therapie ist meine letzte chance, ich bin müde, meine therapeutin ist zu viel halt, als dass ich ohne sie bestehen könnte. ich weiß nicht, ob irgendwas an diesem text sinn ergibt, gott ich bin so müde. ich bin ein abgrund. ich kann symptomatik hochziehen und mich dahinter verstecken, tausend mal, aber am ende bin ich wieder nur am anfang. ich kann aufhören zu essen, ich kann aufhören zur schule zu gehen, ich kann den körper immer und immer wieder über seine grenzen bringen und darauf hoffen, irgendwann endlich tot zu sein.
und gott therapiearbeit ist so scheiße anstrengend und schwer und es tut so weh und ich will nur kotzen und mich auf die straße legen damit es aufhört so grausam wehzutun aber
wie soll ich jemals leben lernen, wenn ich mich ständig therapieunfähig mache. ich muss aushalten, was wehtut. ich muss da durch gehen. ich muss ganz fest daran glauben, dass ich etwas sein kann, auch wenn dieser körper nicht meiner ist und diese welt nicht meine ist und ich muss daran glauben, dass ich bestehen (lernen) kann.