Mittwoch, 25. Oktober 2017

leerstelle 2.0

wenn ich in der therapie in einen dissoziativen zustand rutsche, legt meine therapeutin immer ihren kopf schief, sagt meinen namen und rutscht ganz nah an die sesselkante.
meistens bin ich ganz ernsthaft und schlichtweg zu faul (oder vielleicht auch echt zu dramageil), um ihren anweisungen zu folgen, dissoziiere und lasse mich reorientieren.
reorientierung fühlt sich an wie aufwachen. kurze verwirrung darüber, wo und wer ich bin. ein mensch sitzt mir gegenüber, es ist meine therapeutin, mein blick ist vielleicht fragend, verwirrt oder ängstlich. sie schaut ruhig zurück, bis ich begreife, dass ich in der praxis und in sicherheit bin. müdigkeit und traurigkeit überrollen mich.
manchmal ist alles anstrengend. nervig. endlos.
ich bin kein ganzer mensch, ich bin ein viertelmensch, habe ich leise geflüstert.
nicht einmal etwas halbes. keine form, keine struktur, ein konstrukt aus angst.
ich bin ein vergessenes kind. ich bin unsichtbar. noch heute, noch immer. innen drin. die alten eingefrorenen gefühle, sie drücken von innen gegen und ich habe das gefühl zu zersprengen.
gefühle haben sich noch nie aushalten lassen. kein einziges.
ich bin nicht geboren worden, ich bin auf die welt gefallen.
im raum 110 in unserer schule hängt ein plakat übers menschsein. ich erfülle alle kriterien. aber ich habe mich noch nie wie ein mensch gefühlt. eher wie ein wesen, das aus versehen unter die menschen geraten ist und den weg nach hause vergessen hat. ein wesen ohne gesicht, für das es kein leben ohne gegenüber gibt. ein wesen das andere menschen aushöhlt, um sich ihre identität zu klauen und sie sich anzuziehen. unbemerkt. mechanismen, die ich noch nicht abstellen kann. in wahrheit leer und unbrauchbar. in wahrheit noch im fall, in wahrheit noch ein baby.
vieles ist nicht aushaltbar, vieles ist überflutend.
ein konstrukt aus angst.
das passiert, wenn man auf die welt fällt. irgendwie überlebt man trotzdem. 

Donnerstag, 19. Oktober 2017

worte wären wichtig gewesen

ich dachte immer, was ein trauma ausmacht, das ist diese sprachlosigkeit. dass ich keine worte finde, dass kein existierendes wort ausreicht, um meinen schmerz zu beschreiben.
ich kann mich reinwickeln in jede art von symptomatik, ich kann sie wie decken um meinen körper legen. und die meisten werden nur in der symptomatik herumpieksen und niemals, niemals werden sie herausfinden, was für eine geschändete seele unter diesen decken liegt.
eine schöne vorstellung.
unschön wird es da, wo menschen tiefer pieksen. und mit den händen in diese kleinen piekslöcher greifen und reinschauen. und sehen. sehen sehen sehen. was niemals niemals irgendjemand sehen sollte.
mich.
meinen schmerz.
meine zerfetzte seele.
doch ich bin sprachlos dafür. ich zeige ihr bilder von sterbenden menschen, von gefolterten menschen, von schwer verwundeten menschen. den schmerz schneide ich mir in die arme, aber tief genug ist niemals irgendwas. in der schule breche ich zusammen, das hunderste mal. ein krankenwagen wird diesmal nicht gerufen.
"soll ich dir ein schild um den hals hängen, damit jeder weiß, dass es dir ja so unglaublich schlecht geht?" schreit mama mich zuhause an.
"ja, bitte", sage ich nicht, ich renne aus dem haus ohne worte.
ich will, dass jeder es weiß und jeder es sieht und man mir diesen schmerz wegnimmt. ich will wütend darüber sein, dass ich diesen schmerz habe. ich könnte jeden tag jedem menschen darüber erzählen, wie viel schmerz ich habe. und ich kann tagelang ununterbrochen reden über die vielen tage, die ich nicht gegessen habe und die vielen klingen, die ich zuhause unter teppichen verstecke und die kranken gedanken aus meinem kopf.
so habe ich annie kennengelernt. wir saßen auf der beheizten bank in der eingangshalle, es war mitte dezember, ich hatte hunger und ich war müde und eigentlich wollte ich dreimal um die schule laufen, um kalorien zu verbrennen die ich nicht einmal aufgenommen hatte. aber dazu kam es nie; wir fingen ein gespräch über psychische krankheiten an. und worüber rede und schreibe ich schon lieber als über meinen schmerz und jeden anderen schmerz, solange ich ihn mit meinem in verbindung bringen kann.
ich schreibe texte über missbrauch und niemand weiß, was davon mein eigener schmerz ist, den sieht man nur in den zwischenzeilen und auch nur die allerwenigsten, die selbst überhörten. und ich kann kann kann nicht aufhören.
ich drehe mich im kreis, seitdem ich geboren wurde. ich will einen schmerz mit namen. ich will entführt werden oder vergewaltigt oder ein messer in den bauch bekommen, wie es doch ständig irgendwo passiert. und dann will ich weinen darüber und wissen, worüber ich weine.
ich will logik. keine verwirrung, keine überschneidungen, keine verschwommenheiten und unsicherheiten.
aber mein schmerz pocht namenlos im schädel. und ich kann einfach nicht aufhören, mir die arme aufzuschneiden, in irgendeiner armseligen hoffnung, dass der schmerz irgendwo leiser wird. und ich kann einfach nicht aufhören, meinen schmerz zu umweben, meine symptomatik ins kleinste detail vor anderen auszubreiten, von den schlaflosesten nächten und den zerschnittesten armen und bekifftesten gedanken zu erzählen.
wie soll ich mich ausdrücken, wenn kein wort meinen schmerz beschreibt. und er ist dunkel und schwarz unter den ganzen decken, in denen ich mich verstecke.

Mittwoch, 18. Oktober 2017

I was thinking

22.04.2017

13 reasons why.
mein bruder bekam das buch vor fünf jahren zum geburtstag geschenkt. er hat es nie gelesen, weil ich es ihm am selben tag noch aus der hand riss und es durchlas. im wohnzimmer, in meinem zimmer, im badezimmer, während mama klavier spielte, während der autofahrt. und ich weinte dabei.
"mein gott, jetzt weint sie schon wieder", sagte mama und ich wischte mir hastig die tränen aus dem gesicht und bekam den schmerz nicht aus der brust, den ganzen tag nicht, die ganze zeit nicht.
ich versteckte das buch in meinem bücherregal und wurde belächelt über meine suizidfantasien. dabei schrieb ich doch seitenlange texte und emails und sms über mein sterbenwollen, dabei rannte ich doch vor ein auto, dabei hatte ich doch allen grund dazu, fand ich zumindest. und verstand dann selbst nicht mehr, warum ich das fand, schließlich hatte ich doch alles, freunde, familie, talente, ziele, den perfekten körper, die perfekten noten. aber nichts konnte meine leere füllen, auch nicht die besten noten und auch nicht die längste fastenzeit. ich wollte immer mehr haben, immer mehr und noch mehr und meine ziele steckte ich mir riesenhoch und mich selbst hinter die erste maske.
13 reasons why.
ich glaube, dass die grüne 13 deswegen meine lieblingszahl wurde. ich habe auch 13 briefe geschrieben. die existieren noch, aber sie sind dumm und von meinem zwölfjährigen ich und ohne sinn.
der suizid ist (immer noch und seit so vielen jahren) meine hintertür. egal, was passiert. ich kann immer noch sterben. ich rede es mir ein, zur beruhigung. so oft am tag. du musst das nicht aushalten, du kannst einfach sterben.
und dann gibt es da diesen menschen. man sieht sich. man kennt sich. aber nicht gut genug, anscheinend. denn eines tages stirbt dieser mensch, einfach so. 13 briefe hat er nicht geschrieben. sich das leben genommen aber schon.
und ich sitze am küchentisch, halte mich an der uhrzeit fest und starre mama mit offenem mund an. und dann weinen wir. haltlos.
"nein", sage ich. und "scheiße." im wechsel.
und mein körper zittert. ich denke an seine frau, an seine kinder, an seine eltern. ich denke an ihn. ich denke ans krankenhaus. ich denke an den krankenwagen, der mich in die klinik brachte, ich denke an die besorgten blicke und ich denke,
wie gut, dass ich nicht tot bin. wie gut, dass ich nicht verantwortlich bin für dieses leid.
und dann weine ich noch ein bisschen, vielleicht mehr um mich, als um ihn, letztendlich, und meine freude über die neu gekauften destruktiven dinge stirbt dahin. und mein herz steht still, das noch so glücklich herumgesprungen ist an diesem tag, in anbetracht der vielen destruktiven dinge, die man tun könnte.
alles zerstirbt in wenigen minuten.
und dann ist der suizid keine hintertür mehr.
sondern nur noch eine riesengroße klaffende wunde, die sehr sehr wehtut.

Montag, 4. September 2017

du fällst so schnell

es ist egal, wie sehr ich sterbe, genug gestorben bin ich nie. mein schmerz ist nicht greifbar, scheine ihn nicht in worten ausdrücken zu können, auch nicht in taten.
ich tue so weh! sage ich und zeige ich.
ich weiß, ich weiß doch! sagen sie.
aber niemand scheint es wirklich zu wissen. es fühlt sich nicht so an. auch wenn so viele voller so viel mitfühlen sind. ich tue mehr weh, als ich je beschreiben könnte. als ich je schneiden könnte. als ich je sterben könnte.
ich will, dass sie alle meinen schmerz sehen.
ich will so tief schneiden, so viel trinken, so viel tabletten schlucken und hungern und sterben sterben fast sterben, bis sie ihn sehen, bis sie ihn fühlen.
zwangsgedanken. du musst du musst du musst musst musst!
nachts liege ich wach und atme die decke an.
es bringt mir nichts. es bringt mir nichts. nichts wäre genug. nur verlorene zeit. selbst wenn ich mich jetzt schneiden würde, würde ich heulen solange ich nicht auf die notaufnahme komme und wie lange soll das schon reichen. beim nächsten mal nicht mehr. beim nächsten mal reichen nicht nur äußere stiche. ich will innere. ich will mir den arm amputieren. ich will nicht mehr atmen können vor schmerz. ich will unendlichen schmerz.
ich will, dass sie alle sehen, wie unfassbar weh ich tue. wie viel schmerz in mir drin ist, so so viel schmerz.

Montag, 31. Juli 2017

one day

als ich in der dritten klasse war, habe ich mich das erste mal bewusst von der welt entfernt. ich fand es unangenehm und beängstigend. ich rollte mich zusammen und wartete, bis es vorbei war.
dann ging ich zu meinem bruder und sagte "ich war gerade in einer traumwelt. hast du so was auch manchmal?"
"ja, ich hab so was auch manchmal", sagte er. ich lächelte erleichtert und ging wieder in mein zimmer. dann war es wohl normal und ich musste keine angst haben.
ich versuchte, es zu kontrollieren. es gelang mir nicht. auf die idee, mit irgendwem darüber zu reden, kam ich nicht. kommunikation war in unserer familie noch nie eine stärke und probleme sind nicht zu gebrauchen. ich hatte eigene verrückte erklärungen. zum beispiel, dass ich in echt gar nicht lebte oder eine entführte elfe war oder oder oder.
innerhalb meiner versuche, die dissoziativen zustände zu kontrollieren, bemerkte ich, wann und wie die dissoziationen sich verstärkten.
einmal war ich auf einer sportfreizeit. ich wollte nicht essen, weil ich essgestört war. ich wollte lieber die ganze zeit sport machen und abnehmen. ich wurde angeschrien. ich musste sitzen bleiben und aufessen, was mir vorgesetzt wurde. sie machten mir angst. ich fand, dass sie mich hassten. ich wollte nach hause. ich musste mit ihnen im auto fahren. es war immer voll in dem lieferwagen, wir saßen zusammengequetscht und ich dachte, dass alle mich hassen. es lief ein ganz bestimmtes lied. und ich beamte mich einfach weg.
wie damals, wie immer. es war so schön, einfach und schmerzlos.
ab da beamte ich mich immer weg.
es war 2010.
das lied war auf englisch, ich konnte kein englisch. aber das war auch nicht wichtig. zuhause sang ich die ganze zeit dieses lied rauf und runter. viele viele jahre blieb es in meinem kopf und ich verband es mit dieser erinnerung, wie ich im auto aß voller angst und scham und die melodie mich davontrug.
(ich dachte ich hätte eine magische gabe, die mich wegbeamen kann)
2015 beschloss ich, den songtitel des liedes herauszufinden, das ich nach 2009 nie wieder gehört hatte. ich erinnerte mich an die melodie, mit meinen zusammengereihmten wörten und suchte einige wochen mehrere chartslisten durch, hörte mir jedes lied an, bis ich "mein lied" fand. ich bin unglaublich aufgeregt durchs ganze haus gesprungen und wusste nicht- wusste nicht- wie kann ich ausdrücken, was dieses lied mir bedeutet, wie dieses lied mir geholfen hat.
also behielt ich es einfach für mich.

Dienstag, 4. April 2017

entwurf vom 01.02.2017

depression ist scheiße, dafür sind die tage umso schöner, an denen man für einige lichtblicke atmen, spüren, genießen kann. und vielleicht sollte ich den ganzen schulstoff der letzten monate nachholen, vielleicht sollte ich X oder Z tun oder nicht tun -
aber darauf kann ich keine rücksicht nehmen.
im moment will ich einfach nur so viele lichtblickmomente sammeln wie möglich ohne rücksicht auf irgendwas, will jede sekunde mit meinen freunden genießen, will es genießen wie ich es liebe ihre stimme zu hören, will mein ganzes geld ausgeben für kurze momente der zufriedenheit, will alles atmen zulassen, das irgendwie möglich ist.
die dunkelheit kommt schon schnell genug. ständig. und auch dann werde ich mich (erst recht) nicht an irgendwelchen schulstoff setzen, mich vermutlich überhaupt nirgendwo hinsetzen, aber darauf kann ich keine rücksicht nehmen.
ich habe das recht, das leben so entspannt anzugehen wie irgendwie möglich. ich lasse mich nicht als "faul" abschreiben von menschen, die meine krankheiten nicht verstehen, die genervten blicke von mitschülern gehen mir am arsch vorbei und dass mein zeugnis schlecht ist sowieso.
was für euch der alltag ist kostet mich kraft die ich erst lernen muss wieder aufzubringen und was wisst ihr schon über mich außer dass ich nie etwas sage, ihr wisst nicht was ich geben würde um nicht mehr diese stumpfe leere zu fühlen, was ich geben würde um kraft zu haben, (und ihr wisst auch nicht von den schwärzesten schwarzen tagen) wie verdammt schwer es sein kann nur zu atmen, wie soll ich da bitte in die schule gehen ohne zusammenzubrechen, ihr wisst nichts nichts nichts und ich lasse mich nicht als faul abschreiben.
ihr kämpft meine kämpfe nicht.

Freitag, 24. März 2017

entgegengesetzt

triggerwarnung.

ich will klingen in meine haut rammen, ich weiß nicht wie ich den sommer aushalten soll, ich weiß nicht wie ich den letzten sommer ausgehalten habe. ich will klingen in meine haut rammen. ich habe keine klingen mehr. ich habe auch keine lust, nächste woche bei sommerlichen temperaturen langärmelig oder mit verband herumzulaufen, ich habe auch keine lust, nach erklärungen zu suchen. ich will klingen in meine haut rammen. ich will nicht schlafen, ich will nicht träumen, ich will nicht aufwachen. manchmal will ich einfach nur noch weg sein. weg weg weg.

Mittwoch, 22. März 2017

jammerpost

ich bin ja nicht blöd, ich will mir ernsthaft nicht das leben nehmen und ich will auch nicht wieder so viel drama machen und mit krankenwagen und polizei auf die geschlossene gebracht werden und ich würde auch gerne schlafen können ohne beruhigende todesgedanken. ich bin ja nicht blöd, ich weiß, dass ich nicht sterben will und dass ich tage durchheulen werde, wenn ich die therapie abgebrochen habe und das alles, was am ende bleibt, ich selbst bin.
und ich verzweifele. ich habe panik. ich habe angst vor der endlosen antriebslosigkeit, der müdigkeit, der erschöpfung von nichts. ich sitze in der schule herum und kann mich nicht dazu bringen, das arbeitsblatt vor mir auf dem tisch auch nur anzurühren, ich will viel lieber ins bett, ich will schlafen. und ich hasse gruppenarbeiten und wie soll ich das in worte fassen, sorry, ich bin ein bisschen faul, blöd und unmotiviert, seid bitte nicht enttäuscht.
und ich verzweifele. an den erinnerungen. die ich in jedem schritt finde, in gerüchen, in stimmen, in narben, worten, fotos. ich verzweifele, weil ich verwirrt bin, weil man mich verwirrt, weil man nicht erklärt, weil man mir die worte verbietet.
ich habe keine kraft für die schule, für die klausuren, dabei mag ich meinen jahrgang und meine lehrer so gerne, ich wünschte ich müsste das nicht verlieren. ich habe keine kraft generell. ich will klavier spielen oder einfach nur mal wieder was schreiben, ich will die ganzen hobbys zurück, die ich aufgegeben habe, als die müdigkeit kam. ich bin verzweifelt, weil etwas auf mir drauf sitzt und alle kraft aus mir zieht.
ich dissoziiere seit der klinik ständig. vielleicht ist es letztlich auch nur die jahreszeit und die ekelhafte wärme, die ich nicht aushalten kann. es ist anstrengend und beängstigend, nach wie vor, und ich kann mich weiterhin nicht ohne hilfe von außen (körperkontakt, körperreize etc.) daraus lösen.
außerdem hasse ich meine therapie, ich hasse hasse hasse sie, weil sie schrecklich wehtut und ich das nicht aushalten kann und nicht annehmen will. aber ich habe mein herz an diese therapeutin gehängt und habe so ungemein viel erreicht und gelernt.
mir geht es gut, wenn es mir schlecht geht. nur dann bin ich richtig entspannt. wenn ich weiß und spüre, dass es mir schlecht geht. alles andere ist beängstigend.
ich kriegs halt irgendwie nicht hin. ich bin ja nicht blöd, ich will mir ernsthaft nicht das leben nehmen, aber warum tut mein leben mit jedem tag einfach nur noch mehr weh.

Mittwoch, 8. Februar 2017

im freien fall

bitte helft mir kurz, eine entscheidung zu treffen.
ich beschreibe kurz die momentane lage, zähle pros und contras auf und ihr helft mir diese klinikscheiße zu entscheiden.

ich hatte ja echt die hoffnung, das hinter mir zu haben, aber nun gut.
ich wiege nicht mehr 36 kilo und frage mich gerade, wieso zum fick hab ich eigentlich überhaupt angefangen zu essen, wenn jetzt alles umsonst war??? aber gut. egal.
momentan sieht es so aus.
ich kann keine verantwortung für mich übernehmen, wenn man sich nicht um mich kümmert, tue ich es auch nicht. im alltagsstress hat man nicht die zeit, sich so intensiv um mich zu kümmern, wie ich es nötig hätte. ich habe auch keine worte, auszudrücken, was ich will und könnte es vor mir selbst nicht verantworten, verantwortung zu übernehmen. (lol)
meiner mama geht es zurzeit durch private gründe auch wirklich nicht gut, im gegensatz zu mir ist sie aber stark und kümmert sich trotzdem noch wo sie kann, geht zur arbeit, schmeißt den haushalt und so weiter. sie hat nicht die kraft und die zeit, sich um mich zu kümmern.
ich bin momentan leider wieder an einem punkt, wo ich komplett jeden bezug zu mir verloren habe. alles ist sinnlos, ich sehe keine zukunft, keinen ausweg, erlaube mir nicht zu trinken, esse bis mir schlecht ist, schnippel am körper rum, laufe vor autos, blabla.
ich kann nicht in die schule gehen. es funktioniert nicht mehr. überragende fehlstunden. keine konzentration, keine energie. ständig breche ich irgendwo zusammen, weil das leben sich viel zu anstrengend anfühlt es meistern zu können.
ich gebe ganz offen zu, nicht stark zu sein. absolut überhaupt nicht. ich esse vielleicht, nehme tonnen zu, aber das macht nichts besser, es füttert nur meinen selbsthass.

ich will ungerne in eine klinik. erstens habe ich angst vor neuen dingen, neuen menschen etc. ich denke, man kann sich daran gewöhnen. ich müsste die stufe wiederholen, neue lehrer, neue menschen, noch ein weiteres jahr in der schule hocken. okay. dann ist das vielleicht so.
aber das schlimmste ist, dass ich meine therapie pausieren müsste. meine mutter ist ganz doll wütend und enttäuscht, weil sie der meinung ist, dass frau dr. T. alles nur noch viel schlimmer gemacht hat und sie will unbedingt, dass ich die therapie abbreche und stationär gehe und danach eine andere therapeutin suche.
ich hänge ganz unglaublich an frau dr. T., habt ihr ja mitbekommen. und ja, ich hänge ein bisschen zu sehr an ihr. aber das hat seine gründe. und ich kann mir einfach nicht vorstellen, wochen oder monate ohne frau dr. T. zu sein, ich will mir das einfach nicht vorstellen.
ich weiß einfach gar nicht überhaupt nicht was ich tun soll.
hier zuhause geht alles den bach runter (ja auch nicht erst seit gestern), man kann mich nicht tragen, aber ich weiß nicht, ich weiß einfach nicht ob ich das kann, in eine klinik gehen.
ich weiß nicht, wie es weitergehen soll, kann mir bitte jemand helfen, ich weiß nicht weiter verdammte scheiße. :(

Samstag, 28. Januar 2017

was ich mir wünsche

eines tages will ich leben können, wirklich wahrhaftig uneingeschränkt leben können, das ist mein größter wunsch. nicht die art von leben mit dem suizid noch in der hintertasche. nicht die art von leben um den rückfall vier monate später schon zu planen. die art von leben, in der man seine klingen wegschmeißen kann, weil man sie nie wieder brauchen will und wo man nicht einmal auf die idee kommt, über die straße zu laufen, obwohl gerade autos fahren.
ich möchte abschließen mit den krankheiten, ich möchte mir erlauben sie gehen zu lassen und ein leben ohne sie aufzubauen.
ich weiß, dass das ganz große ziele sind, die ich nicht in diesem jahr oder nächsten jahr erreichen werde. aber ich kann mich auf den weg machen. damit ich es nicht noch weiter hinauszögere.
natürlich ist es hart. unglaublich. verdammt. schrecklich. hart.
aber ich weiß, wofür ich kämpfe. und ich will so unbedingt dahin.

Samstag, 7. Januar 2017

mein leben ist zu hässlich geworden, um es noch in schöne worte zu packen.