Mittwoch, 22. März 2017

jammerpost

ich bin ja nicht blöd, ich will mir ernsthaft nicht das leben nehmen und ich will auch nicht wieder so viel drama machen und mit krankenwagen und polizei auf die geschlossene gebracht werden und ich würde auch gerne schlafen können ohne beruhigende todesgedanken. ich bin ja nicht blöd, ich weiß, dass ich nicht sterben will und dass ich tage durchheulen werde, wenn ich die therapie abgebrochen habe und das alles, was am ende bleibt, ich selbst bin.
und ich verzweifele. ich habe panik. ich habe angst vor der endlosen antriebslosigkeit, der müdigkeit, der erschöpfung von nichts. ich sitze in der schule herum und kann mich nicht dazu bringen, das arbeitsblatt vor mir auf dem tisch auch nur anzurühren, ich will viel lieber ins bett, ich will schlafen. und ich hasse gruppenarbeiten und wie soll ich das in worte fassen, sorry, ich bin ein bisschen faul, blöd und unmotiviert, seid bitte nicht enttäuscht.
und ich verzweifele. an den erinnerungen. die ich in jedem schritt finde, in gerüchen, in stimmen, in narben, worten, fotos. ich verzweifele, weil ich verwirrt bin, weil man mich verwirrt, weil man nicht erklärt, weil man mir die worte verbietet.
ich habe keine kraft für die schule, für die klausuren, dabei mag ich meinen jahrgang und meine lehrer so gerne, ich wünschte ich müsste das nicht verlieren. ich habe keine kraft generell. ich will klavier spielen oder einfach nur mal wieder was schreiben, ich will die ganzen hobbys zurück, die ich aufgegeben habe, als die müdigkeit kam. ich bin verzweifelt, weil etwas auf mir drauf sitzt und alle kraft aus mir zieht.
ich dissoziiere seit der klinik ständig. vielleicht ist es letztlich auch nur die jahreszeit und die ekelhafte wärme, die ich nicht aushalten kann. es ist anstrengend und beängstigend, nach wie vor, und ich kann mich weiterhin nicht ohne hilfe von außen (körperkontakt, körperreize etc.) daraus lösen.
außerdem hasse ich meine therapie, ich hasse hasse hasse sie, weil sie schrecklich wehtut und ich das nicht aushalten kann und nicht annehmen will. aber ich habe mein herz an diese therapeutin gehängt und habe so ungemein viel erreicht und gelernt.
mir geht es gut, wenn es mir schlecht geht. nur dann bin ich richtig entspannt. wenn ich weiß und spüre, dass es mir schlecht geht. alles andere ist beängstigend.
ich kriegs halt irgendwie nicht hin. ich bin ja nicht blöd, ich will mir ernsthaft nicht das leben nehmen, aber warum tut mein leben mit jedem tag einfach nur noch mehr weh.

Kommentare:

  1. es tut mir so leid das zu lesen
    ich weiß nicht ob es dir hilft und ob du es glaubst aber vielleicht ist irgendwann echt alles wieder gut
    fühl dich verstanden und gedrückt
    caro
    <3

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  2. Fühl dich gedrückt ...
    Solche Gedanken sind scheiße und Leute um einen herum wisse oft nicht wie sich das Anfühlt...
    Du musst dich ganz fest an dem Gedanken festklammern, dass es irgendwann besser wird. Es wird besser. Das ist nicht für immer.

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